Fachbegriffe der mobilen Schlammentwässerung
Verfahren zur Reduzierung des Wasseranteils in Schlämmen. Ziel ist die Volumenverringerung, um Transport- und Entsorgungskosten zu senken und eine weitere Verwertung zu ermöglichen.
Entwässerungsanlage, bei der Schlamm unter hohem Druck durch Filtertücher gepresst wird. Das Wasser wird abgetrennt, zurück bleibt ein fester Filterkuchen.
Filterkuchen
Das entwässerte, feste Endprodukt nach der Filterpressung. Der Filterkuchen weist einen hohen Trockenrückstand auf und kann entsorgt oder verwertet werden.
Trockenrückstand (TR)
Prozentualer Anteil der Feststoffe an der Gesamtmasse eines Schlamms, oft auch als Trockensubstanzgehalt (TS) bezeichnet. Bestimmt wird der Trockenrückstand nach DIN EN 12880, indem eine Schlammprobe bei 105 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und die verbleibende Masse gewogen wird. Je höher der Trockenrückstand nach der Entwässerung, desto geringer sind Volumen, Gewicht und Entsorgungskosten. Mit Kammerfilterpressen lassen sich – je nach Schlammart und Konditionierung – deutlich höhere Trockenrückstände erzielen als etwa mit Zentrifugen.
Klärschlamm
Schlamm, der bei der Abwasserreinigung in kommunalen oder industriellen Kläranlagen anfällt. Er enthält organische und anorganische Bestandteile sowie Wasser.
Sedimentationsstrecke
Abschnitt einer Anlage, in dem sich Feststoffe durch Schwerkraft am Boden absetzen. Dient der Vortrennung von Feststoffen und Flüssigkeit vor der weiteren Behandlung.
Entschlammung
Entfernung von abgelagertem Schlamm aus Gewässern, Teichen, Becken oder technischen Anlagen. Wichtig für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Wasserqualität.
Einsatz von transportablen Filterpressen direkt vor Ort beim Kunden. Vorteil: Keine eigene Investition in stationäre Anlagen erforderlich.
Entwässerungsaggregat
Technische Einheit zur mechanischen Abtrennung von Wasser aus Schlämmen. Umfasst die Filterpresse samt Zubehör wie Pumpen und Steuerung.
Reststoffe
Materialien, die nach der Behandlung übrig bleiben. Im Kontext der Schlammentwässerung sind dies die entwässerten Feststoffe zur Entsorgung oder Verwertung.
Thermische Verfahren
Behandlungsmethoden unter Wärmeeinsatz, z. B. Verbrennung oder Trocknung von Schlämmen. Oft kostenintensiver als mechanische Entwässerung.
Deponie
Ort zur geordneten Ablagerung von Abfällen. Die Verfügbarkeit von Deponien für entwässerte Schlämme ist begrenzt, was alternative Verwertungswege erfordert.
Verwertung
Nutzung von Reststoffen als Rohstoff oder zur Energiegewinnung. Alternative zur Entsorgung, oft gesetzlich vorgeschrieben und wirtschaftlich sinnvoll.
Entsorgung
Fachgerechte Beseitigung von Abfällen und Reststoffen unter Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Umfasst Transport, Behandlung und finale Ablagerung.
Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Gewässern. Umfasst Entschlammung, Schadstoffelimination und Renaturierung.
Renaturierung
Verringerung des Schlammvolumens durch Entwässerung. Senkt Kosten für Lagerung, Transport und Entsorgung erheblich.
Mengenreduktion
Verringerung des Schlammvolumens durch Entwässerung. Senkt Kosten für Lagerung, Transport und Entsorgung erheblich.
Verfahren zur Reinigung verschmutzter Kiesfraktionen mithilfe einer mobilen oder stationären Aufbereitungsanlage. Das anfallende Schmutzwasser wird über eine Sedimentationsstrecke geführt und anschließend mittels Kammerfilterpresse entwässert. Der gereinigte Kies kann je nach Gesteinskörnung wiederverwertet werden.
Verfahren zur Aufbereitung verunreinigter Sandfraktionen durch maschinelles Waschen. Die im Waschwasser enthaltenen Schmutzstoffe werden durch Flockung und Sedimentation abgetrennt und der resultierende Schlamm per Kammerfilterpresse entwässert. Der gewaschene Sand steht anschließend zur weiteren Nutzung zur Verfügung.
Absetzbecken
Becken, in dem sich Feststoffe aus einer Suspension durch Schwerkraft am Boden absetzen (Sedimentation). Absetzbecken dienen der Vortrennung von Schlamm und Wasser, bevor der eingedickte Schlamm – etwa per Kammerfilterpresse – weiter entwässert wird.
Absetzcontainer
Transportabler Container, in dem sich Schlamm durch Schwerkraft absetzt oder über Filterwände entwässert wird. Absetz- und Entwässerungscontainer kommen in der mobilen Schlammentwässerung zum Einsatz, wenn Schlämme direkt vor Ort gesammelt und transportfähig gemacht werden sollen.
Schlammindex (ISV)
Der Schlammindex (auch Schlammvolumenindex, ISV) beschreibt das Absetzverhalten von belebtem Schlamm in Kläranlagen. Er gibt an, welches Volumen ein Gramm Schlamm-Trockensubstanz nach 30 Minuten Absetzzeit einnimmt (ml/g). Niedrige Werte stehen für gut absetzbaren Schlamm, hohe Werte deuten auf Bläh- oder Schwimmschlamm hin.
Glühverlust (GV)
Maß für den Anteil organischer Substanz im Schlamm. Zur Bestimmung wird die getrocknete Probe bei 550 °C geglüht (DIN EN 12879); der Masseverlust entspricht dem organischen Anteil. Ein hoher Glühverlust beeinflusst das Entwässerungsverhalten und die Entsorgungswege des Schlamms.
Verschlämmung
Ablagerung feiner Sedimente und Schwebstoffe in Gewässern, Teichen oder Böden. Fortschreitende Verschlämmung verringert Wassertiefe und Sauerstoffgehalt und kann Gewässer ökologisch kippen lassen. Abhilfe schafft die Entschlammung im Rahmen einer Gewässersanierung.
Schlammbehandlung
Oberbegriff für alle Verfahren zur Aufbereitung von Schlämmen: Eindickung, Konditionierung, Entwässerung, Trocknung und Hygienisierung. Ziel der Schlammbehandlung ist es, Volumen und Schadstoffpotenzial zu reduzieren und den Schlamm einer Entsorgung oder Verwertung zuzuführen.
Sedimentationsanlage
Technische Anlage, in der Feststoffe durch Schwerkraft aus Wasser oder Prozessflüssigkeiten abgeschieden werden. Sedimentationsanlagen werden u. a. in der Kies- und Sandwäsche, in Klärwerken und bei der Behandlung von Bohrschlämmen eingesetzt.
